Der Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen des 21. Jahrhunderts. Gerade Städten und Gemeinden kommt bei der Reduktion des CO2 Ausstoßes eine unglaublich wichtige Rolle zu. Der Verkehrsbereich ist der zweitgrößte Emittent von Treibhausgasen und der Umstellung auf klimafreundlichere Fortbewegungsmittel kommt damit eine Schlüsselrolle zu. Einen wesentlichen Beitrag zur Erreichung dieses Ziels leistet der Ausbau der Radinfrastruktur.

Laut Fachkonzept Mobilität soll der Modal Split, also das Verhältnis von motorisiertem Individualverkehr zum Umweltverbund, also öffentlichem Verkehr, Radfahren und anderen Fortbewegungsmöglichkeiten, um 8% in Richtung des Umweltverbundes auf insgesamt 80% bis 2025 verbessert werden.

Leider sind kaum Zahlen verfügbar, denn die Investitionen für den Radverkehr im Budget der Stadt Wien werden nicht gesondert ausgewiesen werden. Die letztverfügbaren Schätzungen (Rad-Bilanz 2010-2014) gehen von ca. 3,6 Euro Investitionen für den Radverkehr pro Einwohner aus. 18 Euro pro Kopf schlägt dagegen der Deutsche Masterplan Radfahren vor.

Es braucht eine ausreichende Budgetierung für die Finanzierung für neue und verbesserte Infrastruktur. Der Neuinvestitionsbedarf betrifft besonders auch Abstellplätze. Hier zeigt auch der Erfolg der wenigen bestehenden versperrbaren Fahrradabstellanlagen (Bike&Ride) beim Hauptbahnhof oder in Hietzing ein großes Ausbaupotenzial.

Weiters braucht es eine Verankerung von fahrradfreundlichen Maßnahmen in der Bauordnung. Dies benötigt eine Konkretisierung der Anzahl von Fahrradabstellplätzen für Wohn-, Schul- und Bürogebäude. Außerdem muss die Möglichkeit geschaffen werden, Pflichtabstellplätze nach Wiener Garagengesetz 2008 durch Fahrradabstellplätze zu substituieren.

Der Klimawandel betrifft uns alle – deshalb brauchen wir Sofortmaßnahmen die allen Wiener_innen eine nachhaltigere Mobilität ermöglichen.