Die SPÖ muss endlich das Potenzial der S-Bahn erkennen

Bettina Emmerling: „Die Stadt könnte mit wenig Mehrkosten das S-Bahnsystem und damit den Öffi-Service massiv ausbauen.“

„Es freut mich, dass im Wiener Gemeinderat heute das Thema S-Bahn behandelt wurde. Die Aktuelle Stunde der Grünen war heute wohl ein Appell an den Regierungspartner, der hier jahrzehntelang untätig war“, kommentiert NEOS Wien Verkehrssprecherin Bettina Emmerling.

„Dabei sind für Verbesserungen im S-Bahnverkehr nicht Bund oder ÖBB zuständig, sondern die Länder und Gemeinden und damit natürlich auch Wien. In Wien hat man leider über Jahrzehnte riesige Chancen liegen lassen, weil sich die Stadt lieber als Gönnerin von sündhaft teuren U-Bahn-Erweiterungen feiern ließ, anstatt im Sinne der Steuerzahler_innen die Mittel, die für den ÖV zur Verfügung standen, effizient einzusetzen.“

„Wenn alle bisher stündlich oder halbstündlich betriebenen Linien im Stadtgebiet auf einen ganztägigen 15-Minuten-Takt verdichtet werden würden, käme man auf rund 435.000 zusätzliche Zugkilometer im Jahr. Das würde nur rund 7,6 Millionen Euro im Jahr kosten“ zählt die Verkehrssprecherin auf. „Im Vergleich dazu beträgt der Betriebskostenzuschuss für die U-Bahn alleine 332 Millionen Euro pro Jahr.“

Emmerling legt die drei Kernforderungen von NEOS für ein besseres S-Bahnsystem in Wien vor:
1. Überregionale und reformierte Verkehrsplanung in der Stadtregion. Bund, Länder und Verkehrsbetriebe kochen alle ihr eigenes Süppchen – Wien baut lieber eine U-Bahn, Niederösterreich lieber Straßen – die Qualität des S-Bahnverkehrs leidet. NEOS Wien fordert, dass die Stadtregion endlich eine abgestimmte S-Bahn-Planung und -Finanzierung aus einer Hand bekommt.

2. Radikale Taktverdichtungen. Das Potenzial von zahlreichen bestehenden Bahnstrecken wird nicht ausreichend genutzt – diese müssen endlich mit einem attraktiven Taktverkehr betrieben werden. Es braucht einen 7,5- bis 15-Minuten-Takt auf allen S-Bahn-Strecken innerhalb der Stadtgrenzen und Verhandlungen mit Niederösterreich, den Takt auf das nähere Stadt-Umland auszudehnen. Als erstes Pilotprojekt müsste die S50 von Wien Westbahnhof als S50+ im 15-Minuten-Takt in U-Bahn-Qualität in den Wienerwald ausgebaut werden.

3. Neue Direktverbindungen. Viele bestehende Gleisanlagen in Wien werden nicht adäquat für den Nahverkehr genutzt, könnten aber ohne oder mit geringen Investitionen aktiviert werden. NEOS Wien fordert die Nutzung von bisher nicht für den S-Bahnverkehr genutzten Gleisen für attraktive neue Direktverbindungen.

 

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