Frauenpolitik

Frauenpolitik

Frauenpolitik und all das, was wir zwangsläufig darunter verstehen ist oft eine Bekämpfung von Symptomen. Symptome, die ihre Ursachen darin haben, dass überall auf der ganzen Welt der Frau eine vordefinierte Rolle zuschrieben wird. Und das Verlassen dieser Rolle oft in Diskriminierung mündet und in Phänomenen wie Zwangsheirat, dem Vorschreiben von Kleidungszwängen, bagatellisierte Gewalt an Frauen, Unterdrückung oder sexueller Belästigung. Die vorgefertigte Rolle der Frau erleben wir auch in Österreich, wenn wir uns unsere Gesellschaft ansehen. Sie spiegelt sich leider auch in unserer Gesetzgebung. Denn es kommt nicht von irgendwo her, dass Frauen überwiegend Teilzeit arbeiten, da sie den überwiegenden Anteil an Care-Arbeit leisten, deswegen weniger Geld verdienen und besonders stark von Altersarmut betroffen sind. Deshalb braucht es grundlegende strukturelle Änderungen und Rahmenbedingungen, damit Frauen in höherem Ausmaß am Erwerbsleben teilhaben und nicht in die Abhängigkeit von Partner oder Staat geraten. Dazu zählen:

  • eine flächendeckende Infrastruktur der Kinderbetreuung
  • ein indivueller Karenzanspruch für Vater und Mutter
  • ein automatisches Pensionssplitting
  • eine Erhöhung des Frauenpensionsantrittsalters

Die Stadt Wien muss im eigenen Wirkungsbereich eine Vorreiterrolle hinsichtlich der Gleichstellung von Mann und Frau in der Arbeitswelt übernehmen. Um Chancengerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zur Norm zu machen, müssen wir aber auch bereits im frühen Alter ansetzen: In Kindergärten, Volks- und Mittelschulen müssen Geschlechterstereotype vermieden werden.   Gewaltprävention Wenn wir oder uns Nahestehende nicht von Gewalt betroffen sind, ist die Problematik oft nicht präsent. Aber Gewalt an Frauen kommt immer und überall vor. Es sind nicht nur die hohe Anzahl der Frauenmorde, die vor allem im letzten Jahr ganz Österreich schockierten, nein, es ist auch jede 5. Frau in Österreich von häuslicher Gewalt betroffen. Rund 40%  der Frauen geben an, zumindest schon einen psychischen Übergriff erlebt zu haben, der für sie bedrohlich war. Drei von vier Frauen berichten über Erfahrungen mit sexueller Belästigung.  Nahezu jede dritte Frau (29,5 %) berichtet von sexueller Gewalt. Es muss uns allen ein Anliegen sein, jenen Betroffenen, und das können auch Männer sein, alle nur erdenklich mögliche Hilfe bereitzustellen. Da gibt es auch schon viel Bekennntnis aber auch konkrete Maßnahmen dazu. Anlaufstellen zur Gewaltprävention bzw. eigene Gewaltambulanzen für Frauen und Männer sowie für Opfer und Täter_innen müssen von der Stadt Wien ausreichend unterstützt werden, damit sie ihre wichtige Aufgabe erfüllen können.