Bleibt der Lido außen vor?

Stadträtin Sima hat vor einigen Tagen  auf der Jahrespressekonferenz der Wiener Linien die neuen Kennzahlen für den Modal Split präsentiert. Dabei fällt eines auf: der Öffi-Anteil und der Radverkehr bleiben konstant, der Anteil des KFZ-Verkehrs ist aber in nur einem Jahr von 29% auf 25% gesunken. Der Fußgängerverkehr dafür von 26 auf 30% gestiegen. Wenig plausibel wie ich meine, vor allem wenn man sich die Situation in den Bezirken links der Donau anschaut. Hier wird die Abhängigkeit vom eigenen Auto durch aktuelle Bauprojekte sogar weiter gefördert, Alternativen dazu: Fehlanzeige!

Aber wieder einmal wurden fast ausschließlich Ausbaumaßnahmen für die Innenbezirke präsentiert: Verlängerung der Linien D und O sowie das Linienkreuz U2/U5. Alles schon längst bekannte Projekte, die den am stärksten wachsenden Bezirken nichts bringen. Der Ausbau der Öffis in den Außenbezirken liegt auf Eis. Die rot-grüne Stadtregierung hat der Bevölkerung in diesen Bezirken nichts zu bieten außer leere Versprechungen. Der Lobautunnel wird immer noch als Heilsbringer verkauft, obwohl jede_r Verkehrsexpert_in das Gegenteil vorrechnen kann. Und in der Zwischenzeit verschärft sich die Situation immer mehr, ohne dass Maßnahmen dagegen ergriffen werden.  Eine einzige neue U2-Station wird bei weitem nicht reichen – wir müssen den Öffi-Verkehr völlig neu denken, um langfristig für Entlastung zu sorgen. Die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt gehören zu den großen Wachstumsgebieten Wiens mit derzeit rund 330.000 Einwohnern. Innerhalb der nächsten 15 Jahre werden es 400.000 Bewohner_innen sein und der Verkehrsdruck wird sich enorm erhöhen.

NEOS Wien hat schon ein umfassendes Öffi-Konzept für Floridsdorf die Donaustadt präsentiert https://wien.neos.eu/themen/verkehr, welches gemeinsam mit Expert_innen und Bürger_innen erarbeitet wurde. Eine komplette Neuordnung des Busnetzes, der Neubau von schnellen Straßenbahntangenten, der Ausbau der S-Bahn und Lokalbahnen ins Umland sind in diesem Konzept vorgesehen. Unsere Vorschläge wurden von den Wiener Linien bisher nicht einmal ignoriert. Dabei ist es höchst an der Zeit endlich zu handeln!

 

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